Zunahme der Leiharbeit ist Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs
(30.07.2010)
Sachsens Unternehmen melden wieder freie Stellen. Auch die Zahl der Arbeitnehmer in Leiharbeit hat wieder zugenommen. Im April arbeiteten etwa 33.000 Sachsen als Leiharbeiter. Dazu erklärt Torsten Herbst, wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag.
"Dass die Zahl der Leiharbeiter wieder anzieht, ist ein hoffnungsvolles Zeichen für den Wirtschaftsstandort Sachsen. Viele von der Wirtschaftskrise betroffene Unternehmen schauen wieder zuversichtlich in die Zukunft und stocken ihre Beschäftigtenzahl auf.
Der Anstieg der Leiharbeit zu Beginn einer Aufschwungphase ist eine normale Entwicklung, da die kurzfristige Auftragslage vieler Unternehmen zwar gut ist, die langfristigen Perspektiven aber zum heutigen Zeitpunkt oft noch unklar sind.
Leiharbeit darf nicht verteufelt werden. Sie stellt für Unternehmen ein sinnvolles Instrument dar, um flexibel auf Veränderungen bei der Auftragslage reagieren zu können. Aber auch die Leiharbeiter profitieren: Einigen gelingt darüber der Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt, andere gelangen aus der Leiharbeit in eine dauerhafte Anstellung. Angesichts des demografischen Wandels in Sachsen werden ohnehin immer mehr Unternehmen das Interesse haben, Fachkräfte direkt langfristig zu binden.
Und: Der Aufschwung bei der Leiharbeit zeigt auch, dass der deutsche Arbeitsmarkt insgesamt zu unflexibel ist und insbesondere Neueinstellungen durch den strikten Kündigungsschutz enorm erschwert werden."