Weltuntergang beim öffentlichen Personennahverkehr ist substanzlose Schwarzmalerei
(01.09.2010)
Zur heutigen Aktuellen Debatte im Sächsischen Landtag zum Thema "Bezahlbare
Mobilität für alle - keine Kürzungen im ÖPNV in Sachsen" erklärt Torsten
Herbst, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen
Landtag:
"Die geplanten Einsparungen bei den Zuschüssen an die Zweckverbände
müssen im Zusammenhang mit dem Gesamthaushalt gesehen werden. Gemessen
am Haushaltsansatz 2010 liegen die geplanten Einsparungen bei Zuschüssen
an die Zweckverbände sogar noch unterhalb der Gesamteinsparungen des
Haushalts. Wir dürfen nicht vergessen, dass insgesamt 1,2 Milliarden
Euro eingespart werden müssen. Trotz der geplanten Senkung zahlt Sachsen
mehr als 25 Prozent des Haushalts des Staatsministeriums für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr für die laufenden ÖPNV-Zuschüsse.
Sicher ist es nicht leicht zu sparen. Aber die nötigen
Strukturentscheidungen müssen jetzt getroffen werden, um auf die
Versäumnisse der vergangenen Jahre zu reagieren. Es stellt sich
beispielsweise die Frage, ob sich Sachsen auf Dauer fünf
Verkehrsverbünde leisten sollte. Andere - größere - Bundesländer kommen
mit einem aus. Und sicher müssen auf manchen Strecken auch der
Fahrzeugeinsatz und die Taktung überprüft werden.
Die Diskussionen dürfen den Blick auf das Wesentliche nicht verstellen:
Die eingestellten Mittel im vorliegenden Haushaltsentwurf für
Investitionen im ÖPNV-Bereich sind sogar gestiegen! Die Gelder fließen
zum Beispiel in den S-Bahn-Ausbau in Dresden und Leipzig,
Stadtbahnprojekte in Leipzig und Dresden sowie das so genannte
Chemnitzer Modell. Aber auch Teile der Elektrifizierung der wichtigen
Sachsen-Franken-Magistrale werden davon bezahlt.
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir jährlich mehr als 50 Millionen
Euro für die Investitionen in den Leipziger City-Tunnel aufbringen
müssen. Das sind Altlasten der Vorgängerregierungen mit
SPD-Verkehrsministern in Bund und Land, mit denen wir umgehen müssen.
Alles in allem ist der angebliche Weltuntergang beim ÖPNV in Sachsen
substanzlose Schwarzmalerei. Insgesamt sind für Investitionen und
laufende Ausgaben im sächsischen ÖPNV für 2011 mehr als 565 Millionen
Euro in den vorliegenden Haushaltsentwurf eingestellt."