Torsten Herbst - Neue Kraft für Sachsen
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Vertreter der FDP-Landtagsfraktion in der Bundesversammlung geben ihre Stimme Joachim Gauck

(18.06.2010) 

Die drei Vertreter der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag in der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten werden ihre Stimme Joachim Gauck geben. Dies teilten heute die FDP-Abgeordneten Holger Zastrow, Torsten Herbst und Tino Günther in persönlichen Erklärungen mit.

Die drei Politiker waren vorgestern auf der Liste ihrer Fraktion vom Landtag in die Bundesversammlung entsandt worden. Die FDP-Fraktion hatte bereits in der vergangenen Woche entschieden, den Vertretern in der Bundesversammlung keine Wahlempfehlung auszusprechen. Dem vorausgegangen war ein überwältigendes Stimmungsbild des Landesvorstands sowie des Landesparteirats der FDP Sachsen als Gremium der Basis für den Kandidaten Joachim Gauck, auch wenn die Gremien den Vertretern der sächsischen FDP in der Bundesversammlung ausdrücklich keine Wahlempfehlung ausgesprochen hatten.

Gestern hatte sich schließlich FDP-Fraktionschef Holger Zastrow im Landtag zu einem Gespräch unter vier Augen mit Joachim Gauck getroffen.

Nachfolgend die persönlichen Erklärungen der drei Vertreter der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag in der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten:

Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion und der FDP Sachsen:

"Angesichts zweier würdiger und für das Amt zweifellos geeigneter, außerordentlich respektabler Kandidaten - Christian Wulff und Joachim Gauck - habe ich mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber das überwältigende Votum meiner Landespartei und die unzähligen Gespräche, Briefe und E-Mails aus der Bevölkerung haben mich in meiner Entscheidung bestärkt: Ich werde meine Stimme in der Bundesversammlung Joachim Gauck geben.

Joachim Gauck verkörpert für mich all die Werte, für die ich selbst im Herbst 1989 in meiner Heimatstadt Dresden auf die Straße gegangen bin: Freiheit, Verantwortung, Marktwirtschaft und Leistungsgerechtigkeit. Joachim Gauck ist ein freier Geist, der unabhängig von tagespolitischen und parteitaktischen Problemstellungen eine moralische Instanz für Deutschland sein kann. Er kann sowohl den Regierenden als auch den Regierten gegenüber ein ehrlicher und zugleich unbequemer Ratgeber und Mahner, Motivator und Kritiker sein und jemand, der die Werte unserer Demokratie verteidigt und unsere Gesellschaft antreibt.

Und nicht zuletzt hätte eine Wahl Joachim Gaucks auch eine große Symbolkraft im zwanzigsten Jahr nach der Wiederherstellung der Einheit Deutschlands. Seine herausragende Rolle während der friedlichen Revolution, der Wiedererlangung der Deutschen Einheit und bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur als erster Beauftragter für die Stasi-Unterlagen stehen für einen Lebenslauf, der viele deutsche Wendebiografien widerspiegelt und inspiriert hat.

Unser Land steht vor großen Herausforderungen. Wir können nicht so weiter machen wie bisher, müssen unseren Staat umbauen und in unserer Gesellschaft darüber diskutieren, wie viel Staat wir brauchen und uns leisten können und wie wir es künftig mit Freiheit, Verantwortung und Solidarität halten.

Wir leben in besonderen Zeiten. Und besondere Zeiten brauchen besondere Persönlichkeiten. Joachim Gauck ist eine besondere Persönlichkeit. Eine Persönlichkeit, die Deutschland gut tun würde."

Torsten Herbst, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion und Generalsekretär der FDP Sachsen:

"Diese Bundespräsidentenwahl ist keine einfache Wahl, weil sich mit Christian Wulff und Joachim Gauck zwei sehr gute, respektable Kandidaten um das höchste Amt im Staat bewerben.

Ich bin überzeugt, dass Deutschland gerade jetzt einen Bundespräsidenten braucht, der den Bürgern Orientierung gibt und sie inspiriert. Ich werde daher meine Stimme in der Bundesversammlung Joachim Gauck geben.

Joachim Gauck ist ein außergewöhnlicher Kandidat für außergewöhnliche Zeiten. Er verkörpert in besonderer Weise die Werte der friedlichen Revolution. Joachim Gauck setzt sich bis heute leidenschaftlich für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte ein - und damit für die gleichen Werte, für die auch ich im Herbst 1989 auf die Straße gegangen bin.

Joachim Gauck verfügt über die Fähigkeit, den Bürgern in ganz Deutschland Mut zu machen. Sein überzeugendes Plädoyer für mehr Freiheit statt Gleichmacherei steht für eine geistige Grundhaltung, die unser Land dringend braucht."

Tino Günther, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion und der FDP Sachsen:

"Vor meinem politischen Hintergrund, speziell auch meiner Erfahrungen in der DDR sowie in Zeiten der Wende 1989, ist meine Entscheidung klar: Ich werde Joachim Gauck wählen. Ich schätze an ihm, dass er geradlinig ist und war. Er war für uns in der Wendezeit eine Leitfigur und hat auch danach den politischen Willen geprägt. Joachim Gauck ist ein liberaler Freiheitskämpfer - und Freiheitskämpfer wählen Freiheitskämpfer."