Durchlässigkeit des sächsischen Bildungssystems weiterhin äußerst mangelhaft
(31.03.2009)
Etwa jeder achte Fünftklässler an sächsischen Gymnasien in diesem Schuljahr wird statistisch gesehen im Laufe seiner Schullaufbahn an die Mittelschule wechseln. Hingegen wird nur jeder 33. Schüler, der zurzeit die 5. Klasse einer Mittelschule besucht, bis zum Erreichen seines Schulabschlusses auf das Gymnasium wechseln. Dies berechnete die FDP-Landtagsfraktion auf Grundlage der Schulwechselquoten, die sie nach einzelnen Klassenstufen aufgeschlüsselt von der Staatsregierung in Beantwortung einer Kleinen Anfrage bekommen hatte. Nicht berücksichtigt in der Modellrechnung sind Schüler, die mehrfach die Schulart wechseln.
Dazu erklärt Torsten Herbst, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag:
"Die Durchlässigkeit des sächsischen Bildungssystems gibt es praktisch nur in eine Richtung - aus Richtung Gymnasium an die Mittelschule. Daran hat die gegenwärtige Politik von CDU und SPD einen wesentlichen Anteil: Die aufgeweichte Bildungsempfehlung führt dazu, dass in den kommenden Jahren immer mehr Gymnasiasten auf die Mittelschule wechseln werden.
Die leistungsfeindliche schwarz-rote Schulpolitik erzeugt Bildungsverlierer. Und auch die frühe Aufteilung der Grundschüler bereits nach der 4. Klasse ist zu früh, um für jeden Schüler eine wirklich tragfähige Bildungsempfehlung geben zu können.
Es liegt auf der Hand, was nun getan werden muss: Die Bildungsempfehlung darf nicht länger eine aus politischen Gründen aufgeweichte Gefälligkeit sein, sondern muss Eltern eine echte Orientierung bieten. Das Schulsystem muss zwischen den Schularten durchlässiger werden, um Spätentwicklern eine echte Chance zu geben. Und nicht zuletzt müssen Grundschülern sechs Jahre gemeinsam lernen, bevor sie eine weiterführende Schule besuchen."
Die Kleine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion "Schuljahreswiederholer und Schulwechsler II" im Internet: http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=14631&dok_art=Drs&leg_per=4&pos_dok=-1