Längeres gemeinsames Lernen für mehr Fairness und Chancengerechtigkeit!
(28.08.2008)
Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) will die Durchlässigkeit im sächsischen Bildungssystem verbessern. Es gehe darum, Mädchen und Jungen aus der Mittelschule den Weg zum Gymnasium zu erleichtern. Es gebe auch Spätzünder, die noch nicht nach Klasse 4 die Anforderungen des Gymnasiums erfüllen, sagte Tillich.
Hierzu erklärt Torsten Herbst, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag:
"Wir freuen uns über den Sinneswandel des sächsischen Ministerpräsidenten. Erstmals erkennt damit ein CDU-Spitzenpolitiker an, dass das sächsische Bildungssystem zu undurchlässig ist und damit Bildungserfolge verhindert. Bisher hatten CDU-Fraktion und Staatsregierung stets das Gegenteil behauptet.
Den Worten müssen jetzt aber auch Taten folgen. Die Durchlässigkeit muss auch praktisch möglich sein, nicht nur auf dem Papier: Deshalb brauchen wir beispielsweise eine verbesserte Fremdsprachenausbildung an Mittelschulen. Wir müssen die Barrieren für den Wechsel von der Mittelschule aufs Gymnasium senken und 'Spätzündern' somit erstmals eine faire Chance für den persönlichen Aufstieg geben.
Tillich irrt aber, wenn er sagt, die Frage nach einem längeren gemeinsamen Lernen stelle sich nicht, wenn die Durchlässigkeit des Systems gewährleistet ist. Die Erhöhung der Durchlässigkeit kann nur eine erste Maßnahme sein, das Bildungssystem kurzfristig zu verbessern. Optimale Bildungschancen haben die 'Spätzünder' nur, wenn nicht schon nach Klasse 4 die Weichen für ihre Schullaufbahn gestellt werden. Insofern ist ein längeres gemeinsames Lernen ein Gebot der Fairness und Chancengerechtigkeit."