Sitzenbleiber bereits im Unterricht vermeiden
(15.07.2009)
Laut einer vom Kultusministerium vorgelegten Bilanz sind 178 der insgesamt 231 am "Schülercamp+" teilnehmenden Schüler in die nächste Klassenstufe versetzt worden.
Bei dem aus Mitteln des europäischen Sozialfonds und aus dem Landeshaushalt finanzierten Projekt "Schülercamp+" werden versetzungsgefährdete Schüler in den Winterferien in fünf verschiedenen Schülercamps betreut und unterrichtet.
Dazu erklärt Torsten Herbst, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag:
"Für die betroffenen Schüler ist die Versetzung in die nächste Klassenstufe ein echter Erfolg. Doch trotz der guten Ergebnisse bei diesem Projekt zeigt sich auch: Innerhalb der Schule werden Kinder und Jugendliche offensichtlich nicht ausreichend gefördert und unterstützt. Erst aufwändige Projekte außerhalb des normalen Schulalltages führen zum Erfolg. Das kann nicht die alleinige Lösung sein.
Es muss gelingen, versetzungsgefährdete Schüler frühezeitig in der Schule so zu unterstützen, dass ein Schülercamp gar nicht erst nötig wird. Sitzenbleiber müssen im Unterricht vermieden werden. Doch für Schulpsychologen, Sozialarbeiter und für zusätzliches Personal für ausreichend Förderunterricht werden keine Ressourcen bereitgestellt. Erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird gehandelt. Das ist teuer und vor allem für die Betroffenen eindeutig die schlechtere Alternative. Vorbeugen und Vorsorgen ist auch hier wichtiger und besser, als reparieren und nachbessern."