Twittern auf Sächsisch: Wahlkampf mal anders
(22.07.2009)
Auf YouTube fährt Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) in seiner Dienstlimousine unangeschnallt durchs Land, sein SPD-Kontrahent Thomas Jurk ist im Internet als Comic-Figur unterwegs. Antje Hermenau (Grüne) twittert fleißig und Holger Zastrow von der FDP hat sich vor einer blauen Wand für das Online-Fotoportal Flickr fotografieren lassen. Die Spitzenkandidaten im sächsischen Landtagswahlkampf sind nicht mehr nur auf großen Plakaten und Kundgebungen zu finden, sondern eben auch im Netz, das laut einer Studie von Google bei Jungwählern eher zur Information genutzt wird als Zeitung und Fernsehen.
Wer sich im Internet über die Ziele der CDU informieren will, muss sich durch eine interaktive „Wahlstraße“ klicken. Dort sind markante Gebäude von Dresden und viele Passanten zu sehen. Alles lässt sich anklicken. Wer so „hinter“ einen Rollstuhlfahrer schaut, liest: „Wir werden barrierefreie öffentliche Gebäude und Wohnungen fördern.“ Beim Klick auf Kanalarbeiter „Horschd“ (sächsisch für Horst) gelangt man zu dessen Twitter-Kurznachrichten.
„Unterwegs mit Stanislaw Tillich“ heißt ein Video auf YouTube, in dem der Regierungschef durchs Land reist und behauptet: „Kein Mensch weiß gegenwärtig, wann die Krise vorbei sein wird. Aber wir können sicher sein, dass sie ein Ende haben wird.“ Zu Hintergrundmusik beschwört er die Sachsen in Landesvater-Manier: „Gemeinsam werden wir das schaffen!“ Die Online-Aktivitäten seien nur ein kleines von vielen Elementen im Wahlkampf, heißt es aus der Dresdner Parteizentrale.