Torsten Herbst - Neue Kraft für Sachsen
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Millionen Radios werden reif für den Schrott

(16.03.2009) 

Chemnitzer Morgenpost, Montag, 16. März 2009

Von Jens Jungmann

Volle Tonstörung in Sachsen ab 2015? Der Gesetzgeber sieht vor, dass dann die bisherigen UKW-Frequenzen abgeschaltet werden. Millionen Radios müssten dann in den Müll, denn für die neue digitale Welt sind sie unbrauchbar!

Dresden - 2,2 Millionen private Haushalte gibt es in Sachsen. Statistisch stehen in jedem sieben Radios - von der Stereoanlage übers Kofferradio im Bad, dem Radiowecker bis hin zum Autoradio. Sie alle, also über 14 Millionen Geräte, könnten ab 2015 unbrauchbar sein.

Torsten Herbst, Medien-Politiker der Landtags-FDP: „Nach der derzeit geltenden gesetzlichen Regelung würden per Stichtag am 1. Januar 2015 Millionen analoge Radiogeräte in Sachsen zu Elektroschrott. Das ist verbraucherfeindlich.“ Daher brachte die FDP ein Gesetz in den Landtag ein, welches die „Pflicht auf die Umstellung zum digitalen Hörfunk am 31. Dezember 2014“ ersatzlos streichen soll. Es sei zurzeit auch gar nicht absehbar, welcher Standard sich bis 2015 durchsetze.

Das alleinige Vorpreschen Sachsens in Sachen Digitalfunk könnte neben der Neuanschaffung von Millionen Radios in Sachsen noch einen ganz anderen Effekt haben. Denn Sachsen würde sich zum 1. Januar 2015 schlagartig in eine „Blackbox“ verwandeln: Autofahrer aus anderen, dann noch UKW-versorgten Bundesländern würden in Sachsen kein Radio mehr hören können, auch keinen wichtigen Verkehrsfunk mehr.

Die Liberalen erwarten, dass, wenn das digitale Radio flächendeckend eingeführt wird, parallel die UKW-Übertragung bestehen bleibt. Sonst müssten jetzt schon Käufer von Neuwagen darauf achten, dass ihr Autoradio auch „digitaltauglich“ ist. Der FDP-Antrag ist vom Landtag in die Ausschüsse verwiesen worden. Es wird nicht damit gerechnet, dass er vor der Landtagswahl (30. August) noch in zweiter und abschließender dritter Lesung behandelt wird.