Torsten Herbst

Ablehnung von CDU/CSU und SPD im Bundestag zur Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz ist Realitätsverweigerung

Zur Bundestagsdebatte um den Umgang mit der zunehmenden Wolfspopulation in Deutschland und der Beschlussfassung von entsprechenden Anträgen der Fraktionen erklärt der Bundestagsabgeordnete, Torsten Herbst:

„Die ablehnende Haltung von Union und SPD zur Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz ist eine bedenkliche Form der Realitätsverweigerung. Leider haben auch die sächsischen CDU- und SPD-Bundestagsabgeordneten mit Nein gestimmt. Ohne Frage ist die Wiederansiedlung des Wolfs ein großer Erfolg für den Natur- und Artenschutz in Deutschland. Klar ist aber auch, dass eine sich rasch vermehrende Raubtierart ohne natürliche Feinde zukünftig eine Regulierung über das Jagdrecht braucht. Bereits heute zählt die Wolfsdichte in Teilen Sachsens und Brandenburgs zu den höchsten in ganz Europa.

Tierschutz bedeutet für uns nicht nur Wolfsschutz, sondern auch den Schutz von Weidetieren. Angesichts der massiv steigenden Wolfspopulation, insbesondere auch in Sachsen, müssen die berechtigten Sorgen der Bevölkerung und auch der Tierhalter endlich ernst genommen werden. Die deutlich zunehmenden Schäden bei Weidetieren wie Schafen und Ziegen erfordern ein konsequentes Handeln. Die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz wäre ein erster Schritt, um Artenschutz und Tierschutz in Balance zu bringen.“

Hintergrund: Mit ihrem Antrag „Gefahr Wolf – Unkontrollierte Population stoppen“(Link) fordert die FDP-Bundestagsfraktion die Aufnahme des Wolfs als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz, die Aufnahme in den Anhang V der europäischen FFH-Richtlinie (zur späteren Aufnahme des Wolfs in die Verordnung über Jagdzeiten), einheitliche Standards für ein bundesweites Wolfsmanagement und Wolfsmonitoring sowie zusätzliche finanzielle Mittel für die Schadensprävention und Wolfsgeschädigte.

Ergebnis der namentlichen Abstimmung