Torsten Herbst

Bundesregierung verschleppt Elektrifizierung der Bahnstrecke Chemnitz – Leipzig

Die Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig wird nach Angaben der Deutschen Bahn erst in frühestens zehn Jahren elektrifiziert sein. Nach Angaben des Konzernbevollmächtigten für die Region Südost, Eckart Fricke, sei heute noch nicht absehbar, wann der erste Spatenstich für den Ausbau erfolgen könne. Dazu erklärt der sächsische FDP-Bundestagsabgeordnete und Obmann im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur Torsten Herbst:

„Die aktuellen Planungs- und Bauzeiten für Infrastrukturprojekte sind ein Armutszeugnis für die Industrienation Deutschland. Ein trauriges Beispiel für diesen Zustand ist die Elektrifizierung der Bahnstrecken Chemnitz – Leipzig. Nach wie vor ist Chemnitz nicht an den Fernverkehr auf der Schiene angebunden, seit Jahren drängen Bürger, Wirtschaft und Landespolitik zurecht auf einen Ausbau. Und obwohl die Strecke nun sogar in die höchste Bedarfskategorie des Bundesverkehrswegeplans eingestuft wurde, ist ein Baubeginn nicht absehbar. Das ist kein hinnehmbarer Zustand.

Eine Hauptursache liegt dabei bei der Bundesregierung, die nach wie vor an einer Trassenführung über Borna festhält. Sowohl der Deutschen Bahn als auch der Landespolitik ist jedoch klar, dass perspektivisch nur die Streckenführung über Bad Lausick die nötigen Kapazitäten garantieren kann. Dies ist zwar die teurere Variante, jedoch würde die Strecke über Borna notgedrungen durch den City-Tunnel in Leipzig führen, der schon heute aufgrund des S-Bahn-Taktes kaum weitere Kapazitäten bereithält. Bahn, Bundesregierung und Landesregierung müssen sich jetzt endlich an einen Tisch zusammensetzen, um die Planung zu beschleunigen und nicht noch weiter zu verschleppen.“

 

Hintergrund:

Der Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke zwischen Chemnitz und Leipzig wurde im November 2018 in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans hochgestuft. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) ist das zentrale Planungsinstrument für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes. Aus ihm gehen die konkreten Bedarfspläne für Bauprojekte der drei Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße hervor.