Torsten Herbst

Petition der Evangelischen Kirche für Tempolimit auf Autobahnen ist reine PR-Aktion – Kirche gefährdet damit eigene moralische Integrität

Zum Erreichen der Mindestunterschriftenzahl für eine Petition der evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM) zur Einführung eines generellen Tempolimits von 130 km/h Stundenkilometern auf Autobahnen, erklärt der sächsische FDP-Bundestagsabgeordnete und Obmann im Verkehrsausschuss, Torsten Herbst:

„Es ist schon äußerst bemerkenswert, mit welchen Symbolthemen sich die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands befasst. Bisher war sie nicht gerade als Experte in der Verkehrspolitik aufgefallen. In der Sache ist die Forderung nach einem generellen Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen sowie einem ‘Autofasten‘ völlig überzogen. Einen religiösen Bezug kann ich bei dieser Forderung beim besten Willen nicht erkennen.  

Derartige Aktionen werden zudem der politischen Vielfalt in den Kirchengemeinden nicht gerecht. Die evangelische Kirche sollte ihre Glaubwürdigkeit als moralische Instanz nicht durch derartige PR-Aktionen gefährden. Wer sich mit dem Ziel der politischen Aufmerksamkeit in die Tagespolitik einmischt, darf sich nicht wundern, wenn er in die Mühlen der normalen politischen Auseinandersetzung gerät.

Es gibt auch keine überzeugende Begründung für ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen. Nur ein Bruchteil aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden in Deutschland ist auf eine Fahrtgeschwindigkeit von mehr als 130 km/h zurückzuführen. Die höchste Unfallgefahr geht in Deutschland von schlecht ausgebauten Landstraßen aus. Zudem gehören die deutschen Autobahnen zu den sichersten Straßen der Welt.“