Torsten Herbst

Teilweise Wiedereröffnung der Schulen mutlos und zögerlich

Konzept zur Verzahnung von Lernen in der Schule und E-Learning fehlt

Zur geplanten teilweisen Wiedereröffnung sächsischer Schulen ab 18. Mai erklärt der sächsische FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst:

„Anders als im Bereich Wirtschaft wirken die Lockerung für Schulen sehr mutlos und zögerlich. Bei allem Verständnis für die praktischen Umsetzungsprobleme vor Ort: Ein teilweiser Regelbetrieb für Schüler ab der 5. Klasse ist einfach zu wenig. Dies ist nur eine Lösung für den Höhepunkt der Krise. Eine langfristige Perspektive, ein Stufenplan hin zu einem vollständigen schulischen Regelbetrieb in Zeiten des Virus fehlt.

Schüler, Eltern und Lehrer haben in der Corona-Krise schmerzlich lernen müssen, wie weit die Schulen im Freistaat in Sachen Digitalisierung und E-Learning hinterherhinken. Auch jetzt fehlt weiterhin ein Konzept, wie Lernen in der Schule und E-Learning zu Hause effektiv verzahnt werden sollen. Wir brauchen eine Investitionsoffensive in Technik, Inhalte und Didaktik, um verzahntes Lernen effektiv für Schülerinnen und Schüler möglich zu machen. 

Wenn der schulische Teilbetrieb zum Dauerzustand wird, bis es Impfstoff und Heilmittel gibt, fürchte ich um die Spitzenposition unseres sächsischen Bildungssystems. Wir fügen dem schulischen Erfolg unserer Kinder und Jugendlichen in den kommenden Monaten schweren Schaden zu, den sie nicht wieder werden aufholen können. Darunter leider ganz besonders Kinder mit einem sozial schwächeren familiären Umfeld.“