Torsten Herbst

Vereinfachtes System für Fahrpreisentschädigungen bei der Deutschen Bahn ist überfällig – Entschädigung bereits ab 30 Minuten Verspätung zahlen

Zur Ankündigung der Deutschen Bahn, ein neues System für die Beantragung von Fahrpreisentschädigungen einzuführen, erklärt der FDP-Bundestagsabgeordnete und Obmann im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages, Torsten Herbst:

„Es ist begrüßenswert, dass die Deutsche Bahn endlich Einsicht zeigt und aufgrund ihrer zahlreichen Verspätungen und Ausfälle eine vereinfachte Fahrpreisentschädigung einführen möchte. Mittlerweise ist es weder zeitgemäß noch zumutbar, dass die Bahn darauf spekuliert, dass Entschädigungen durch Kunden nicht beantragt werden.

Es wäre jedoch konsequent, wenn die Deutsche Bahn AG bei eigenem Verschulden bereits ab über 30 Minuten Verspätung eine Entschädigung einführen würde. Dies wäre ein echter Fortschritt beim Kundenservice und wäre ein Anreiz für die DB, selbst verursachte Verspätungen zu reduzieren. Die automatische Information der verspäteten Fahrgäste über einen Entschädigungsanspruch und die Möglichkeit der elektronischen Beantragung sollten im Digitalzeitalter eine Selbstverständlichkeit sein.

Hintergrund:
Derzeit können Bahnfahrgäste bei Verspätungen von über 60 Minuten eine Entschädigung von 25 Prozent, bei über 120 Minuten von 50 Prozent beantragen. Auf EU-Ebene wird ein Vorschlag der Europäischen Kommission zur Verschärfung der Entschädigungsregelungen für Bahnfahrgäste diskutiert. Demnach sollten Reisende im Eisenbahnverkehr bereits bei Verspätungen ab 30 Minuten jeweils 25 Prozent und ab 60 Minuten jeweils 50 Prozent des Fahrpreises erstattet bekommen.